Bürgerversammlung zum Thema Asyl

Verteilung der Flüchtlinge auf die Regionen
Der Regierungsbezirk Schwaben steht aktuell vor der Herausforderung, ca. 15% der Flüchtlinge aufzunehmen die in Bayern ankommen. Auf den Landkreis Augsburg entfallen davon ca. 13%. In Summe sind das ca. 2.500 Personen. Die aktuelle Anzahl der Flüchtlinge in Deutschland ist nicht bekannt. Offizielle Zahlen nennen 250.000 Personen. Die realistischen Schätzungen gehen von ca. 850.000 Personen aus.

Verteilungsschlüssel
Der Verteilungsschlüssel von Landrat Martin Sailer sieht aktuell vor, dass die Verteilung der Asylbewerber auf die Gemeinden bei ca. 2 - 2,5% der Bevölkerung liegt. Diese Herausforderung müssen auch Gemeinden des Lechfelds meistern. Dass dies durchaus gelingen kann, zeigen die Beispiele von Dinkelscherben und Langweid, die jeweils 130 Flüchtlinge aufnehmen – was etwa 2% der Bevölkerung entspricht.

Hauptamtliche Helfer vor Ort
Pro 75 Asylanten bezahlt der Freistaat Bayern eine hauptamtliche Person vor Ort, die maßgeblich bei der Betreuung der Flüchtlinge unterstützt.

Kriminalität und Asyl
Nach Aussage von Landrat Martin Sailer, die auch von der Polizei bestätigt wird, ist im Landkreis kein Anstieg von Straftaten durch die Unterbringung von Asylanten festzustellen.

Finanzielle Mittel der Asylanten
Laut Auskunft des Landratsamtes erhält ein Asylant eine finanzielle Unterstützung, sie sich zusammensetzt aus Positionen für Lebensmittel, Kleidung und Taschengeld. Die Summe beläuft sich z.B. für eine alleistehende Person auf 325 € pro Monat.

Aktuelle Lage in Untermeitingen

Im Industriegebiet Lechfeld ist die Unterbringung von ca. 100 Flüchtlingen geplant. 60 Personen sollen in einer existieren Halle zwischen Lechpark und Four Corners untergebracht werden. Ein zweites Objekt mit 40 Personen ist neben dem Aldi–Markt im Gespräch. In beiden Fällen sind die Mietverträge in Vorbereitung aber noch nicht abgeschlossen.

Informationen, dass der Landkreis ortsansässige Gewerbetriebe in der Halle am Lechpark vertreibt, sind nicht richtig. Laut Landratsamt strebt der Eigentümer der Immobilie in diesem Fall eine veränderte Nutzung an und hat deshalb unter anderem dem Landkreis die Räumlichkeiten angeboten.

Aktuelle Lage in Klosterlechfeld

Die Gemeinde Klosterlechfeld wird östlich der Südlagerstraße ein Gelände für die Unterbringung von 75 Personen bereitstellen. Erste Unterbringung könnte am Mai 2016 erfolgen.

Aktuelle Lage in Graben

Die Gemeinde Graben beherbergt bereits seit einem Jahr 21 Flüchtlinge im alten Pfarreigebäude. Der Mietvertrag läuft noch bis Ende 2016 und soll verlängert werden. Aktuell sucht die Gemeinde nach weiteren Unterbringungsoptionen um in Summe ca. 70 Personen unterbringen zu können.

24 Personen sollen dabei im Garten der evangelischen Kirche in Modulgebäuden untergebracht werden. Als einzige Gemeinde im Lechfeld stellt Graben intensive Überlegungen an wie verstärkt sozialer Wohnungsbau auf dem Gemeindegebiet entstehen kann. Die Schaffung von günstigem Wohnraum ist zwingend notwendig. Neben einer allgemeinen Tendenz in der Bevölkerung ist dieser günstige Wohnraum auch für die Personen notwendig deren Asylanträge genehmigt werden da diese dann nicht mehr in den Asylunterkünften bleiben können.

Die Integration der Flüchtling gelingt bisher ausgesprochen gut.

Aktuelle Lage in Obermeitingen

In der alten Grundschule sind seit kurzem bereits 60 Flüchtlinge untergebracht. Entgegen erster Bedenken hat sich der Standort in direkter Nachbarschaft zum Kindergarten nicht als Problem herausgestellt. Wie in Graben gelingt nach Aussage des Bürgermeisters die Integration der Flüchtlinge deutlich besser als gedacht.

Asylhelferkreis Lechfeld

Im Lechfeld gibt es einen ehrenamtlichen Aslyhelferkreis der zur Zeit aus 40 Personen besteht und aktuell schwerpunktmäßig in Graben aktiv ist. Der Kreis arbeitet in vier Teams die sich die Schwerpunkte Betreuung/Soziales, Sport/Freizeit, Deutsch lernen und Alltagsbegleitung gesetzt haben. Die anfänglichen Schwierigkeiten wurden weitgehend überwunden und Erfolge der Arbeit sind deutlich sichtbar. Die Integration gelingt in vielen Bereichen sehr gut. Auch sind die ersten Erfolge in der Art sichtbar, dass einzelne Flüchtlinge bereits Arbeit gefunden haben und somit finanziell auf eigenen Beinen stehen können.